2010-03-02

Tuesday 2nd March 2010 - 2:04:49 PM

  • Der Mövenpick-Beauftragte der Bundesregierung, Dr. Guido Westerwelle, eröffnet ein Luxushotel in Bonn (Webseite bitte als Googlebot aufrufen):

    “Dies ist eines der spannendsten Hotels, die man auf der Welt finden kann”, rief FDP-Chef Guido Westerwelle den 1200 Gästen zu. “Das Kameha Grand würde auch New York oder London schmücken. Aber es steht in Bonn, zur Freude der Bonner und aller Rheinländer.” Der Außenminister lobte den Mut der Investoren, das beeindruckende Design und die großartige Architektur. (via)

    Update: Die Hotellobby hat im Januar eine Initiative zum Erhalt der Mehrwertsteuersenkung in der Hotellerie gegründet und bittet Hotels ihre “Erfolge” seit der Steuersenkung zu dokumentieren.

2010-02-15

Monday 15th February 2010 - 3:02:50 PM

2010-02-10

Wednesday 10th February 2010 - 3:25:31 PM

2010-02-09

Tuesday 9th February 2010 - 1:05:06 AM

  • Die Auslandsspionage-Abteilung der CDU bedauert, dass es bei der “orangen Revolution” nicht zu einem (dauerhaften) “Elitenwechsel” gekommen ist und prophezeit, dass sich die Bevölkerung nach dem mit 5,5% der Stimmen im ersten Wahlgang grandios gescheiterten Juschtschenko zurücksehnen wird.

    Die „orangen Revolutionäre“ versäumten es damals, einen Elitenwechsel herbeizuführen. […] Das politische Spitzenpersonal der Ukraine vor und nach dem Winter 2004 unterscheidet sich nur marginal voneinander. Vor und nach der vermeintlichen Revolution wird das politische Leben vom gleichen kleinen Kreis der Politiker bestimmt.

    […]

    Egal wie man zu seinen Ansichten steht, ist Juschtschenko einer der ganz wenigen Politiker in der Ukraine, der auf der Grundlage fester Überzeugungen handelt. Es ist schon tragisch, dass er es nicht vermochte, seine Visionen, die im Kern noch immer von vielen Ukrainern geteilt werden, in konkrete Politik umzusetzen.

    Ich halte es aber durchaus für möglich, dass viele in der Ukraine sich in einigen Monaten nach Juschtschenko zurücksehnen werden. Sowohl Janukowitsch als auch Timoschenko sind in vielerlei Hinsicht nicht so zivil wie er. (via German Foreign Policy)

  • Westerwelle nötigt Griechenland trotz wegen seiner finanziellen Schwierigkeiten zum Kauf von Eurofighter-Kampfflugzeugen. Bei der Deutschen Welle klingt das im Diplomaten-Neusprech so:

    [Westerwelle fügte hinzu, die deutsch-griechischen Beziehungen seien eng und basierten auf Vertrauen. Wenn nötig, könnten sie auch “einer offenen Diskussion” standhalten. Damit spielte der Minister auf erhebliche Schwierigkeiten an, die es zwischen Athen und ThyssenKrupp in Zusammenhang mit einer Werft nahe Athen gibt, die der deutsche Konzern verkaufen will.

    Westerwelle ermunterte die Griechen in dem Interview außerdem, sich bei der Anschaffung von Kampfflugzeugen für den Eurofighter zu entscheiden.

    Bei German Foreign Policy heißt das dann im Klartext:

    Überlegungen, die Finanzschwierigkeiten Griechenlands durch einen Kredit beim Internationalen Währungsfonds (IWF) zu lösen, werden von der Bundesregierung brüsk zurückgewiesen: Ein IWF-Kredit wäre an Bedingungen geknüpft und brächte Einschränkungen für die Arbeit der Europäischen Zentralbank in Frankfurt am Main mit sich - ein Umstand, den die Bundesrepublik Drittstaaten gewöhnlich zumutet, selbst jedoch nicht ertragen will. Zugleich drängt Berlin Athen zum Kauf von Kriegsflugzeugen. Griechenland soll Kampfflieger vom Typ Eurofighter kaufen, die von einem Rüstungskonsortium mit Sitz in Hallbergmoos (Bayern) hergestellt werden. Deutsche Bemühungen, das teure Militärflugzeug auch an Kunden im Ausland zu verkaufen und damit die Gewinne der kerneuropäischen Rüstungsindustrie zu erhöhen, hatten in den vergangenen Jahren bereits zu heftigen Auseinandersetzungen geführt […].

2010-02-08

Monday 8th February 2010 - 1:12:34 PM

  • Neben den üblichen Überwachungs- und Datenschutzargumenten gegen Facebook gibt es noch ein originär soziales Argument gegen die Teilnahme an sozialen Netzwerken. Aufgeschrieben von Florian Siepert.

    Ich möchte mit größeren Teilen meiner sozialen Vergangenheit nichts zu tun haben. Ich hatte eine Handvoll Freunde in meiner Schulzeit. Der Begriff “Handvoll” beschreibt hier auch eher die Hand eines Kriegsveteranen. In meiner frühen beruflichen Karriere hatte ich eine Menge Kontakte. “Kontakte” sozusagen.

    Ich bin da etwas dogmatisch geworden. Ich möchte nicht wieder auf dem Radar erscheinen, zu Klassentreffen eingeladen werden, Demos aus den rauchenden Ruinen von Kleinstplattenfirmen erhalten, lose in Kontakt bleiben.

  • Die “Open Source Intelligence”-Abteilung der CDU veröffentlicht ein Dossier über die Piratepartei:

    […] die Union muss sich fragen, wie sie auf die Entwicklung reagiert. Po-
    sitioniert sie sich zu den Themen, ignoriert sie die Entwicklung, passt sie
    sich an, indem sie totale Freiheit für das Netz fordert?

    […]

    Muss sie strengere Verhaltensregeln für das Internet fordern? Muss sie künftig
    häufiger, differenzierter um Kompromisse zwischen Internet-Affinen und
    auf Innere Sicherheit Bedachten ringen?

    […]

    Wichtig ist für die Volksparteien, im Besonderen für deren Nach-
    wuchswerbung, die neuen Kommunikationswege zu verstehen
    und kluge
    Dialogangebote zu unterbreiten.

    Mein Lieblingssatz ist dieser hier:

    Werden Presseanalysen und Aussagen junger Blogger aus dem Umfeld der
    Unionsparteien zugrunde gelegt
    , schafft es die Piratenpartei, in vielen
    Kreisen, Städten und Gemeinden durch vielfältige Aktionen Aufmerksam-
    keit zu erregen.

    So so, es gibt als junge Blogger mit CDU-Parteibuch, die abends Google News nach Artikeln über die Piratenpartei durchforsten und ihre Erkenntnisse dann an die Konrad-Adenauer-Stiftung faxen. (via)

  • Beim US-amerikanischen Großereignis Super Bowl dürfen Abtreibungsgegner Werbung schalten, aber keine schwulen Dating-Webseiten.
  • Aus der Reihe Ich habe doch nichts zu verbergen, Folge 1337. Jungautorin plagiiert und wird dank Bestellung bei Amazon überführt.

    Das Merkwürdige an der Sache ist: Während Hegemann sagt, dass sie das Buch nicht kenne, kann der Verlag SuKuLTur einen Beleg vorweisen, aus dem hervorgeht, dass Carl Hegemann den Roman Airens am 28. August 2009 über Amazon Marketplace bestellt und an seine Tochter Helene hat liefern lassen.

2010-02-01

Monday 1st February 2010 - 3:57:26 PM

  • Während der Untergang des Printjournalismus in Deutschland noch diskutiert wird und in den USA langsam sichtbar wird, geht es in Rümanien schon ordentlich rund. Den entsprechenden Podcast von Radio Rumänien International vom 31.01.2010 müsste morgen bei Radio 700 abrufbar sein.
  • Schönes Exemplar von Ossi-Bashing in der Welt, als Essay getarnt:
  • Wer im Westen aufsteigt, will nach oben. Aufsteiger im Osten wollen keiner von denen da oben sein. Ist tiefenpsychologisch eingepflanzte Bonzendistanz womöglich ein Motiv? Es könnte auch daran liegen, dass Studentenbewegung wie Punk antikulturelle Strömungen waren, die heutige Grellbunt-Ästhetik dagegen eine Abwesenheit von Kultur zum Ausdruck bringt.

    […]

    Die Abkehr vom Großen Latinum als bildungsbürgerlichem Anspruch in der sozialistischen Schule zog direkt die Degradierung der griechisch-römischen Klassik nach sich. Zwar konnte man in der DDR durchaus Latein lernen, nur galt es eben eher als Nebenfach für angehende Mediziner. Dagegen muss die Einführung von Russisch als Pflichtfach wie ein bildungsmäßiger Mao-Kittel, wie eine Sowjetisierung als verordnetes Klassenziel wirken.

    Der Werksdirektor vor seiner Schrankwand aus Holzimitat in einer Neubauwohnung der Plattenbausiedlung war kein Zerrbild, sondern tatsächlich die Vorstellung vom nützlichen, erfolgreichen Mitglied der Gesellschaft. Für den West-Blick ist es der ikonografische Inbegriff der Entbürgerlichung. Top-Wissenschaftler, die nicht in die Oper gehen oder sich für wohltätige Zwecke engagieren, sondern statt dessen auf die “Datsche” fahren.

    Während im Westen eine noch recht starke Klientel einen aufgeklärten Atheismus pflegt und durchaus in der Lage ist, zu beschreiben, was an Christentum und Amtskirche abgelehnt wird, herrscht im Osten vielerorts völlige religiöse “Unmusikalität” vor.

    […]

    Und wer in der Vorweihnachtszeit durch seelenlos grellbunt illuminierte Ost-Ortschaften fährt, bekommt die Loslösung der Weihnacht von ihren Wurzeln auch noch hell ausgeleuchtet. Statt des Lichts in der Dunkelheit hat hier die Ästhetik der Leuchtreklame die Oberhand gewonnen.

sprachliche Konventionen

Friday 22nd January 2010 - 4:51:19 PM

  • Aus der Kategorie nutzloses Wissen:
    Wie heißen die kleinen Plastikdinger, mit denen man Gitarrensaiten am Steg befestigt? Die Antwort findet sich weder in der deutschen noch in der englischen Wikipedia:

    Stegstecker, Saitenpins, Brückenpins, Bridgepins, Stegstifte, Saitenhalter oder auch Stöckerl.

2010-01-14

Thursday 14th January 2010 - 8:06:26 PM

2010-01-11

Monday 11th January 2010 - 3:13:05 AM

  • Wer schon immer mal wissen wollte, wie es in nordkoreanischen Arbeitslagern zugeht, sollte diesen Podcast von Radio Netherlands International nicht verpassen.

2010-01-07

Thursday 7th January 2010 - 2:44:26 AM